Deutscher Kindergarten Jürgensgaard - Deutscher Kindergarten Margrethenweg

Gemeinschaft der Kinder

Kindergemeinschaften

Kinder benötigen ein positives pädagogisches Lernumfeld und Gemeinschaften, in denen sie sich wohl fühlen. Im Spiel und in der Gemeinschaft können Kinder altersgemäße soziale Fähigkeiten zeigen. In diesem Zusammenhang findet die persönliche Entwicklung statt. Das pädagogische Personal hat die Verantwortung, einen guten Rahmen hierfür zu schaffen, so dass sich alle Kinder wohlfühlen und sich entwickeln können und die Kindergruppe sich entwickeln kann.

Wir meinen, dass ein guter Rahmen für die Kindergruppe enthält, dass die Erwachsenen eine gute und angemessene Relation zu jedem einzelnen Kind haben, dass der Rahmen, in denen sich die Kinder bewegen, sicher und sichtbar ist, die Erwachsenen deutlich und reflektiert in ihren Werten sind und dass der Kindergartenalltag gut organisiert ist. All das unterstützt das gute Zusammenspiel zwischen Erwachsenen und Kindern.

Ausgehend von unserer Sicht auf das Kind arbeiten wir, inspiriert von ICDP, mit den acht Interaktionsthemen. Außerdem werden von den Erwachsenen wenige rahmensetzende Regeln abgesprochen und an die anderen Erwachsenen weitergeben, so dass eine Eindeutigkeit hierum entsteht. In der Kommunikation zu den Kindern werden diese Rahmen altersentsprechend gezeigt, zum Beispiel mit Piktogrammen oder Bildern, die die Kinder mitgestalten. Wir beziehen Kinder in den Prozess der Festlegung von Regeln mit ein, beispielsweise mit Kinderbesprechungen.

Die Organisation des Alltags und der Routinen geschieht mit Blick darauf, die guten Kindergemeinschaften zu fördern. Deswegen schicken wir zum Beispiel nicht alle Kinder gleichzeitig in die Garderobe, sondern teilen die große Kindergruppe in kleinere Gruppen auf. Auf diese Weise haben alle Kinder genug Platz, sich ihre Jacke, usw. anzuziehen, bevor sie auf den Spielplatz gehen. Gleichzeitig schaffen wir eine ruhigere Atmosphäre mit weniger Störungen für Kinder, die sich auf diese Weise gut konzentrieren können, sowie mit mehr Zeit für Erwachsene für die Kinder in dieser Alltagssituation.

Um eine gute Entwicklung der Kindergruppe zu erreichen, arbeiten wir damit, die soziale sowie die ganzheitliche und persönliche Entwicklung der einzelnen Kinder zu stärken. Um Kinder zu unterstützen, auf positive Weise in Kindergemeinschaften einzugehen, stärken wir ihre soziale Entwicklung. Beispiele können sein abzuwarten, bis das Kind dran ist (im Morgenkreis, bei einem Spiel oder beim Lösen eines Konflikts), „Nein“ zu sagen, einen Wunsch zu äußern oder sich etwas mit anderen zusammen zu trauen. Hierzu arrangieren wir abgestimmte Aktivitäten oder Spiele, so dass sich die Kinder in einem sicheren Rahmen ausprobieren können. Warten und an die Reihe kommen üben wir unteranderem, wenn sich Kinder in einer größeren Gruppe sammeln, bei Brettspielen oder in einer aktiven Form bei Rollenspielen, bei denen das pädagogische Personal teilnehmen kann. Kinder spielen, lernen und probieren sich den ganzen Tag aus. Deswegen ist es auch wichtig, Kinder selbständig Konflikte lösen zu lassen, wenn ihnen dies möglich ist. Wir beobachten aktiv und sind zur Stelle, wenn es für sie allein nicht zu schaffen ist.

Da das Spiel die wichtigste Arena ist, bei der sich Kinder in verschiedenen Gruppenkonstellationen ausprobieren, sind wir besonders aufmerksam auf die Positionen, die Kinder in den Spielsituationen einnehmen. Wenn beispielsweise ein Kind sehr oft eine Rolle am Rande des Spieles hat oder sehr oft allein spielt, sehen wir es als unsere Verantwortung, dem Kind zu helfen, auch in andere Rollen während eines Spieles zu kommen. Hier können wir zum Beispiel ein Kind unterstützen, indem wir Aktivitäten in Gang setzen, die anderen Kindern zeigen, welche Stärken das Kind hat, das weiter mit in das Spiel eingebracht werden kann.

Als ein weiteres Werkzeug für die guten Kindergemeinschaften arbeiten wir mit dem Programm „FriForMobberi“, ein vorbeugendes Programm, hinter dem Red Barnet und Mary Fonden steht. Hier benutzen wir gemeinsam mit den Kindern Massage sowie Gesprächskarten. Wir beziehen die Eltern in die Vorbeugung von Mobbing mit ein. Hier stellt ein Werkzeugkoffer für Eltern Gesprächskarten über Dilemmata bereit, so dass es die Möglichkeit gibt, über Themen zu sprechen, die präventiven Charakter haben und mithelfen Mobbing in der Kindergruppe zu verhindern.

Beispiel: Wir haben aktiv mit einer Kindergruppe gearbeitet. Hiermit dem Ziel zusammen mit den Kindern eine gute Gemeinschaft zu entwickeln, die exkludierende Mechanismen durchbricht. Der Verlauf, der hierfür mit Unterstützung durch „FriForMobberi“ durchgeführt wurde, bezog sich auf die Interessen der Kinder: MGP und Tanz. Die Kinder lösten gemeinschaftlich eine Aufgabe und jedes einzelne Kind kam mit seinen Stärken in den Fokus. Die Kinder bildeten eine Band und übten ein Lied ein, das sie am Ende des Projektes vor den anderen Kindern im Kindergarten aufführten.

Der Fokus im Bildungsraum der 0-3-jährigen

Das Augenmerk liegt darauf, die persönliche und soziale Entwicklung der Kinder zu fördern, so dass wir eine gute Grundlage für die Teilnahme in der Gemeinschaft schaffen. Wir helfen den Kindern dabei, ihre Gefühle zu benennen und dabei, anderen Kindern zu helfen, zum Beispiel wenn ein Kind traurig. Wir unterstützen Freundschaften, indem wir beispielsweise Kindern, die Interesse füreinander zeigen, helfen, in ein Spiel zu kommen. Oder wir schaffen eine Aktivität, die Kinder anspricht, die sich für etwas Gemeinsames begeistern. Hier schaffen wir einen Rahmen, der dieses Interesse unterstützt, zum Beispiel nehmen wir die Kinder mit in die Küche, so dass sie dort gemeinsam mithelfen können.

Dokumentation und Evaluation

Wir dokumentieren unter anderem unsere Arbeit mit Kindergemeinschaften, indem wir ein Freundesschema für alle Kinder in jedem Jahrgang machen. Diese Dokumente werden von den Erwachsenen ausgefüllt, die mit den Kindern zusammen sind. Gleichzeitig werden die Kinder dazu befragt. Auf diese Weise erzeugen wir Wissen über die verschiedenen Kindergemeinschaften, so dass wir auf dieser Basis zielbewusst unterstützen können.